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Flussableitung São Francisco: Die sozialen Bewegungen auf der Suche nach einem alternativen Entwick
Geschrieben von Brasiliennachricht - Tobias Schmitt   
Tuesday, 13. October 2009
Nach dem Beginn der Bauarbeiten für die Ableitung des São Francisco Flusses im Nordosten Brasiliens hatte der kollektive Widerstand gegen dieses Megaprojekt mit der Besetzung der Baustelle, Massenprotesten in Brasília und den Mobilisierungen rund um den zweiten Hungerstreik von Bischof Luiz Cappio Ende 2007 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Seitdem hatten sich die Kämpfe der indigenen Gruppen, KleinbäuerInnen und Landlosen, Fischergemeinschaften und der Nachfahren von Sklavengemeinschaften (Quilombolas), der Gewerkschaften, Studentengruppen und kirchlichen  Organisationen mehr auf die alltäglichen, lokalen Auseinandersetzungen konzentriert. So war es laut Ruben Siqueira, Koordinator des Zusammenschlusses der Basisbewegungen des São Francisco und Mitarbeiter der Landpastorale von Bahia, nun an der Zeit, dass „die Organisationen und Basisbewegungen den Kampf gegen die großen Zerstörer des São Francisco Flusses wieder aufnehmen: gegen die Regierungen und das Kapital.“

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Preis für Ernährungssicherungsprogramm von Belo Horizonte
Geschrieben von worldfuturecouncil   
Tuesday, 13. October 2009
Am 1. Oktober verleiht der World Future Council in Hamburg den internationalen „Future Policy Award" an Belo Horizonte. Der Preis zeichnet Gesetze aus, die eine nachhaltige Entwicklung bewirken und auf andere Länder oder Regionen übertragbar sind. Durch die Auszeichnung, sollen diese Gesetze bekannt gemacht und unterstützt werden. Ausgezeichnet wird das Nahrungssicherheitsprogramm der Stadt als "weltweit umfassendstes Gesetz zur Abschaffung von Hunger und zur Sicherung von bezahlbarer, gesunder Nahrung für alle Bürger". Patrus Ananias, der brasilianische Minister für soziale Entwicklung und Hungerbekämpfung und ehemaliger Bürgermeister von Belo Horizonte, wird den Preis entgegen nehmen. Während seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt initiierte er 1993 das Programm. Dieses umfasst die Förderung von Kleinbauern und lokalen Märkten für die Direktvermarktung, kostenloses Schulessen und subventionierte Volksrestaurants, die von lokalen Kleinbauern beliefert werden, Aufklärungsarbeit über Ernährung und Eigenanbau in Stadtgärten sowie die Einrichtung von ABC-Märkten mit lokalen Basisprodukten zu subventionierten Preisen. Das Recht auf Nahrung wurde in Belo Horizonte bereits 1993 gesetzlich verankert. Innerhalb von zehn Jahren ist den Preisverleihern zufolge in Belo Horizonte die Kindersterblichkeit um 60 Prozent gesunken, die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die wegen Unterernährung ins Krankenhaus müssen, sogar um 75 Prozent.

Weiterlesen unter:
http://www.worldfuturecouncil.org/future_policy_award_preistraeger.html

Film angucken unter:
http://www.worldfuturecouncil.org/future_policy_award_film.html
 
Die Völker des Cerrado erheben die Stimme
Geschrieben von Dieter Gawora   
Wednesday, 23. September 2009
In und noch mehr außerhalb Brasiliens wird das zweitgrößte Ökosystem des Landes – der Cerrado – mit seiner traditionellen Bevölkerung nahezu nicht wahrgenommen.

Für die brasilianische Politik ist der Cerrado seit Jahrzehnten bevorzugtes – und nicht diskutierbares – Aufmarschgebiet der Agroindustrie. Die größten Flächen der Rinderweidewirtschaft und des Sojaanbaus befinden sich im Cerrado. Diese agrarindustrielle Expansion geschah und geschieht durch ökologische Degradierung, d.h. durch Abholzung des Cerrado und durch Okkupation der Territorien der traditionellen Bevölkerungsgruppen, d.h. de facto Vertreibung.

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Aktuelle Nachrichten

Ökoinstitut untersucht Erfolg von CDM

Das Ökoinstitut hat im Auftrag des WWF in einer Studie  den Erfolg von CDM (clean  development mechanism) Projekten an 900 Fallbeispielen untersucht und die CDM-Zertifizierer erneut als mangelhaft eingestuft. Die Gutachterorganisationen würden weiterhin von der UN schlecht bewertet.
CDM - Maßnahmen gelten als klimakompensiered, wenn sie als „zusätzlich“ zum bisherigen Emissionsminderungsprogramm eingestuft werden, und bringen damit CO2-Zertifikate für das durchführende Unternehmen. Diese können dann im Emissionshandel als erbrachte Klimaschutzleistung angerechnet werden. Genau diese Zusätzlichkeit lässt beantragte Projekte oft scheitern (in 7% aller Fälle), bei 57% der positiv begutachteten Projekte hat die UN Nachbesserungen gefordert.
Statt in Ausgleichprojekte zu investieren sollen die Industrieländer und Unternehmen besser ihre Reduktionsverpflichtungen im Inland erfüllen.
Grundsätzlich ist positiv zu bewerten, dass der CDM-Exekutivrat der UN ein Bewertungs- und Sanktionssystem für die Gutachterorganisationen entwickelt. Allerdings ist dieses System nach drei Jahren Entwicklung noch nicht einsatzfähig. Der WWF fordert deshalb vom CDM-Exekutivrat, beim nächsten Treffen Ende Juli im Bonn klare Regeln und strengere Prozeduren für die Gutachter zu beschließen und die Ergebnisse von Überprüfungen der Begutachtung zu veröffentlichen.

 

Bitterer Maniok: Ausstellung zu Indianischen Kulturen der Amazonasregion

Tipp für den Aufenthalt in Freiburg: Das Naturmuseum Freiburg zeigt eine Ausstellung “Bitterer Maniok”, die gemeinsam mit verschiedenen Gruppen aus dem EineWeltForum Freiburg e.V. erarbeitet wurde, darunter die Brasilieninitiative Freiburg, Caritas International, die Infostelle Peru, KoBra und das Regenwaldinstitut. Die Ausstellung wurde Ende Mai eröffnet und ist noch bis zum 30. Januar 2011 zu sehen. Ausstellungsbegleitend gibt es ein Veranstaltungsprogramm (siehe unter “Termine”), außerdem museumspädagogische Führungen.


 

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